Benjamin Johl hat ursprünglich eine Ausbildung zum Musikalienhändler gemacht. Er ist seit 25 Jahren Backliner und Stagemanager für Bands wie Peter Maffay und Tito & Tarantula und war mit weiteren Größen wie Leonard Cohen auf Tour.

Vor der Pandemie war er 180-280 Tage pro Jahr unterwegs und befindet sich nun, wie viele andere in der Branche seit einem Jahr in einem unfreiwilligen und unverschuldeten Berufsverbot. Nahezu ohne Einkommen.Wie viele Kollegen muss auch er seine Rücklagen aufbrauchen, die eigentlich für seine Rente gedacht waren.
Aus den meisten Hilfsprogrammen fällt Benni als Soloselbstständiger ebenso raus. Neben dem finanziellen Aspekt fehlt ihm sein altes Leben. Einen Beruf wie Backliner ist eher eine Berufung. Ein Job, der nicht nur Job ist, sondern mit Leib und Seele ausgeübt wird.

Seit einem Jahr steht die ganze Branche vor einer Ungewissheit, eine Unplanbarkeit, einer Perspektivlosigkeit. Was passiert, wenn der Lockdown sich in einer Endlosschleife fortführt? Der einzige Weg durch die Krise ist es für Benjamin so zu tun, als wäre jeder Tag ein Offday.

Wie auch Benjamin finden wir es an der Zeit lauter zu werden; Verwaltung und Politik müssen endlich die Augen öffnen und die Not ihrer Bürger und den Bedarf der Neudefinition von Kunst & Kultur sehen und danach handeln.
Wir alle in der Branche, aber auch darüber hinaus, müssen weiter gerade ausdenken und zusammenhalten. Und vorausschauen. Um als Kollektiv einen Neustart und eine Neuordnung unserer Branche zu verwirklichen, mit realistischen Bedingungen, einer gerechten Entlohnung und fairer Vergabe von Förderungen.

Lasst uns hieran gemeinsam arbeiten!
Bleibt gesund und fühlt euch gedrückt.

Eure Kulturgesichter0441

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